Was macht ein Tontechniker? Die Person, die dein Konzert rettet
Was macht ein Tontechniker wirklich? Weit mehr, als an Reglern zu drehen. Das ist der Job, der entscheidet, ob 200 Leute eine Band hören oder eine Klangsuppe.
Der Raum ist leer, die Band ist ohrenbetäubend laut, und irgendwer hinten hält eine Hand in die Luft, als würde er das Wetter dirigieren. Das ist der Tontechniker. Was macht ein Tontechniker in diesem Moment also? Er entscheidet, ob das Publikum in zwei Stunden eine Band hört oder eine Klangsuppe.
Es ist der am wenigsten verstandene Job im Livegeschäft und einer der entscheidendsten. Du kannst zwei Jahre lang gute Songs schreiben und den Saal trotzdem in den ersten acht Takten verlieren, weil die Stimme unter der Snare klebt.
Was macht ein Tontechniker bei einem normalen Gig
Drei völlig verschiedene Jobs tragen denselben Namen, und daher kommt die meiste Verwirrung.
- •Front of House. Mischt das, was das Publikum hört, von einem Pult im Saal aus.
- •Monitor. Mischt das, was die Band auf der Bühne hört, entweder von einem Pult an der Seite oder bei kleinen Gigs vom selben Pult wie Front of House.
- •Studio. Nimmt auf und mischt in einem kontrollierten Raum, mit Zeit, Dinge zu korrigieren. Eine völlig andere Disziplin, die zufällig dasselbe Vokabular benutzt.
In einem Club für 200 Leute macht meist eine einzige Person die ersten beiden Jobs gleichzeitig, schleppt nebenbei die PA rein und repariert fünf Minuten vor Einlass das tote Gesangsmikro des Drummers. Auf einem Festival hast du vielleicht vier Techniker und einen Bühnentechniker pro Act, dazu 20 Minuten Umbaupause, in denen das alles funktionieren muss.
Front of House: die Mischung, die niemandem auffällt, wenn sie stimmt
Der Front-of-House-Techniker startet mit dem rohen Klang der Band und der unbequemen Physik des Raums. Betonwände, niedrige Decke, eine Bar an der falschen Stelle, 40 Körper, die nach dem Einlass die Höhen schlucken, und keiner davon war beim Soundcheck da.
Sein Job ist Übersetzung. Gainstruktur, EQ, Kompression, Effekte und die ständige Entscheidung, was in genau diesem Song gerade am wichtigsten ist. Die Guten mischen wie ein Bandmitglied. Sie ziehen die Stimme im Refrain hoch, nehmen die Gitarre nach dem Solo zurück und fangen Feedback ab, bevor du es hörst.
Wenn es stimmt, merkt das Publikum überhaupt nichts. Das ist das Grausame an diesem Beruf. Niemand geht raus und sagt, der Mix sei hervorragend gewesen. Man sagt, die Band sei hervorragend gewesen.
Monitor: die Mischung, die entscheidet, wie gut du spielst
Diese ist für das Publikum unsichtbar und für dich riesig. Wenn du deine eigene Tonhöhenreferenz nicht hörst, singst du zu tief. Wenn die Bassdrum im Wedge des Drummers fehlt, driftet das Tempo. Wenn der Gitarrist seinen Amp auf Düsentriebwerk stellt, wird jeder andere Monitormix lauter gedreht, um mitzuhalten, und die ganze Bühne wird zum Schreiduell.
Ein Monitortechniker verwaltet im Grunde die privaten Welten von sechs Leuten gleichzeitig, im Dunkeln, während alle sechs auf ihre Ohren zeigen und lautlos etwas artikulieren. Sei nett zu ihm.
Wofür der Soundcheck wirklich da ist
Der Soundcheck ist keine Probe. Er ist nicht die Gelegenheit, die Bridge auszuarbeiten. Er ist eine Datenerhebung für jemanden, der eure Band noch nie gehört hat.
Nutzt ihn richtig:
- •Kommt pünktlich, mit Bühnenplan und Inputliste. Das dauert zehn Minuten in der Vorbereitung und spart am Abend eine halbe Stunde.
- •Spielt ein Instrument nach dem anderen, wenn danach gefragt wird, in Konzertlautstärke, nicht in höflicher Lautstärke.
- •Danach spielt einen kompletten Song, am besten den lautesten, damit klar wird, wo die Obergrenze liegt.
- •Bittet in klarer Sprache um Monitoränderungen: mehr Gesang, weniger Snare. Nicht „kannst du das wärmer machen“.
Wie das in einen echten Konzertkalender passt, schauen wir uns im Konzert- und Tourteil des Guides an, und wenn du noch nach den Auftritten selbst suchst, fang mit wie du deine ersten Konzerte bekommst an.
Wie ihr eine Band werdet, die Techniker mögen
Das kostet nichts und zahlt sich jahrelang aus.
Sagt hallo und merkt euch den Namen. Dreht den Amp leiser, wenn man darum bittet, denn Lautstärke lässt sich in der PA immer dazugeben, aber nie von eurer Box abziehen. Fasst das Pult nicht an. Stimmt nicht laut, während jemand die Bassdrum abhören will. Gebt am Ende ein Getränk aus, auch wenn der Gig eine Katastrophe war.
Techniker reden miteinander und mit Veranstaltern. Die unkomplizierte Band auf dem Bill zu sein ist eines der billigsten Reputations-Upgrades der Musikwelt, und das folgt ungefähr derselben Logik wie wie Konzertpromotion funktioniert.
Warum ein guter Techniker mehr bringt als ein neues Pedal
Die übliche Abendgage für einen fähigen Livetechniker liegt ungefähr im Preisbereich eines ordentlichen Pedals, und anders als das Pedal verbessert sie jeden einzelnen Song, den ihr spielt. Bands sind besessen von Equipment und übergeben dann ihren gesamten Sound an die Person, die der Veranstaltungsort an dem Abend zufällig eingeteilt hat.
Wenn ihr euch auf Tour einen eigenen Techniker leisten könnt, tut es. Der Unterschied zwischen einem Fremden, der rät, und jemandem, der euer Set kennt, ist der Unterschied zwischen einem Konzert und einem Ereignis.
Genau diese Idee steckt in Road to Headliner: eure Crew und eure Kontakte zählen so viel wie euer Equipment, und die Leute rund um die Band formen leise, wie jedes Konzert ankommt. Gründet eine Band kostenlos im Browser, bucht diesen ersten kleinen Raum und findet heraus, wie viel von eurem Sound gar nicht von der Bühne kommt.


