Wie man eine Band benennt (ohne es zwei Jahre später zu bereuen)
Du weißt nicht, wie du deine Band nennen sollst? Hier sind die drei Tests, die wirklich zählen, die Fallen, die später wehtun, und wie du dich entscheidest und weitermachst.
Jede Band hat eine Geschichte über den Namen, den sie fast genommen hätte. Bei uns ging es um eine falsch verstandene Textzeile und einen sehr geduldigen Schlagzeuger, und wir sind rechtzeitig ausgestiegen. Viele Gruppen schaffen das nicht und buchstabieren ihren Namen die nächsten zehn Jahre am Telefon für Tontechniker.
Der Name ist die erste echte Entscheidung, die eine Gruppe gemeinsam trifft, und genau deshalb geht sie so oft schief. Jeder hat ein Vetorecht und niemand hat eine Methode. Also hier eine Methode.
Wie man eine Band benennt: die drei Tests, die zählen
Fast jede Namenskatastrophe scheitert an einem davon, und alle drei schafft ihr an einem Nachmittag.
- •Sag ihn. Ruf jemanden an und sag nur den Namen. Wenn die Person nachfragt, ist das für immer deine Zukunft: an der Gästeliste, im Radio, bei jeder Ansage. Ein Name muss einen lauten Raum überstehen.
- •Schreib ihn. Sag ihn einmal und bitte jemanden, ihn zu tippen. Wenn es falsch ankommt, tippen ihn auch alle falsch, die nach euch suchen. Absichtlich schräge Schreibweisen sehen auf dem Plakat gut aus und kosten euch still und leise Hörer, die euch nicht finden.
- •Such ihn. Gib ihn in eine Suchmaschine und in einen Streamingdienst ein. Wenn auf Seite eins eine etablierte Band steht, eine Farbenmarke oder etwas, neben dem ihr lieber nicht auftauchen wollt, denkt weiter. Ihr müsst die nicht schlagen. Ihr müsst auffindbar sein.
Wenn ein Name alle drei Tests besteht und eine Person im Raum trotzdem leicht unzufrieden bleibt, ist er wahrscheinlich gut. Einstimmige Begeisterung für einen Bandnamen ist seltener als ein gut bezahlter Supportslot.
Die Fallen, vor denen euch niemand warnt
Der unaussprechliche. Toll auf dem T-Shirt, brutal, wenn ihn ein Veranstalter vor vollem Saal ansagen muss.
Der zu spezifische. Benennt euch nach einem Instrument, einer Stadt oder einem Genre, und ihr habt einen stillen Vertrag mit eurem jetzigen Sound unterschrieben. Bands verändern sich. Namen lassen sich nicht so leicht ändern.
Der schon vergebene. Das ist die teure Falle. Ein Name, der anderswo bereits genutzt wird, kann eine komplette Umbenennung bedeuten, nachdem ihr Publikum aufgebaut, Merch gedruckt und Platten darunter veröffentlicht habt. Prüft das, bevor ihr irgendetwas druckt.
Der Insiderwitz. Um ein Uhr nachts das Lustigste im Raum. In einer Pressemitteilung nicht mehr lustig, und ihr erklärt ihn jahrelang.
Warum Bandnamen-Generatoren nur Brei liefern
Ein Generator kann nur Wörter neu kombinieren. Er hat keine Ahnung, wie ihr klingt, wofür ihr steht oder was ihr euch nie aus dem Publikum zurufen lassen wolltet. Was herauskommt, liest sich wie ein Name, und das ist etwas ganz anderes, als einer zu sein.
Nutzt so etwas als Aufwärmübung, wenn ihr feststeckt, aber quer. Lasst ihn laufen, ignoriert jeden Vorschlag und merkt euch, welche zwei euch am wenigsten genervt haben. Diese Reaktion sagt mehr über euren echten Geschmack als die ganze Liste.
Die Namen, die bleiben, kommen ohnehin meist von außerhalb des Proberaums. Ein aufgeschnappter Satz. Ein Hörfehler. Ein Wort aus einer Sprache, die eine oder einer von euch halb spricht. Eine Zeile aus einem Buch, das nichts mit Musik zu tun hat.
Wie ihr wirklich entscheidet und dann aufhört
Jeder bringt fünf mit. Lest sie laut vor, statt einen Bildschirm herumzureichen, denn ihr testet den Klang. Streicht alles, was eine Erklärung braucht. Schickt den Rest durch die drei Tests.
Dann lasst die engere Auswahl eine Woche liegen. Namen, die sich am siebten Tag noch richtig anfühlen, sind meistens die richtigen. Namen, zu denen ihr euch immer wieder überreden müsst, nicht.
Und dann entscheidet euch endgültig. Sichert euch die Profile in den sozialen Netzwerken, setzt ihn überall drauf, hört auf, die Debatte neu zu eröffnen. Ein mittelmäßiger Name, mit voller Überzeugung getragen, schlägt einen perfekten Namen, bei dem ihr immer noch zögert, denn das Publikum hängt viel stärker an der Musik als am Etikett darauf.
Eine Band benennen und sofort sehen, ob es trägt
Das Gemeine am Benennen einer echten Band ist, dass ihr erst nach dem Plakatdruck merkt, ob es funktioniert. In Road to Headliner steht euer Name schon ab der ersten Stunde in Konzertankündigungen, Chartzeilen und Forenthreads, direkt neben allen anderen, und ihr seht sehr schnell, ob er sich im Gedränge gut liest. Der Einsteigerguide geht diese ersten Entscheidungen der Reihe nach durch.
Wenn ihr noch vor der Namensfrage steht, deckt wie man eine Band gründet den Schritt davor ab, und wie man eine Bandbesetzung aufbaut das, was direkt danach kommt, und das ist ehrlich gesagt das schwierigere Problem.
Nehmt etwas, das ihr sagen, schreiben und suchen könnt. Gebt ihm eine Woche und stellt die Frage dann nicht mehr. Ein Name bekommt seine Bedeutung nur davon, was ihr darunter macht, also geht und macht diesen Teil.


